Familienforschung
Sachsen - Brandenburg - Schlesien

Die Geschichte der
Herrschaft Kolzig in Niederschlesien

Berufsgenealoge Dirk Habermann

Landkarten aus dem
Verlag Schreiber - Leipzig um 1730









Einleitung
Herrschaft
Kirchen
Kolzig
Lipke
Grünwald
Jeschane
Neues Haus
Karsch Vorwerk
Glashütte
Otterstädt
Schlabrendorf
Neuvorwerk
Kontakt
Dame 15. Jahrhundert
Landsknecht 16. Jahrhundert

Grünwald


Der älteste Hinweis auf die Anfänge dieser Siedlung ist wohl in dem bereits erwähnten Grenzrezess vom 20.3.1494 zu sehen. Damals gab es den Ortsnamen Grünwald offenbar noch nicht. Es ist jedoch die Rede von einer zu Kolzig gehörigen 'molendinum' (Mühle), um 1528 'Kolsky mlyn' (Kolziger Mühle) genannt. Dabei handelt es sich vermutlich um die in Grünwald befindliche Wassermühle, deren wuchtige Fundamente ein sehr hohes Alter haben sollen und bis in die Faule Obra reichen.

Die älteste gesicherte Nachricht über Grünwald findet sich als 'Grunwald' auf der Erstausgabe der Landkarte 'Ducatus Silesiae Glogani' des Jonas Scultetus aus dem Jahre 1636. Weitere Schreibweisen waren 1665 'Grünwaldt', 1670 'Grünwald', 1687 'Grünwalt', 1753 'Krümwald' und 1755 'Krunwald'. Das Wort 'Grün' von mittelhochdeutsch 'grüene' lässt eine Rodung bzw. Rodesiedlung vermuten. Eventuell wurde aber auch der in der Gegend vorkommende Familienname Grünwald übernommen.

Die Namen der ältesten überlieferten Familien sind 1656 Kubisch, 1661 Woitke, 1664 Hoffmann, Villborn, 1665 Albieß, Girge, Reil (Roil), Tzschirm, 1667 Miltscher, Mutschelnitz, 1669 Hoff, Kunert, Reiser, Schönäch und Schuster. Diese Namen sind aufgrund der Kolziger Hexenprozesse bekannt, welche 1664 ihren Anfang nahmen. Unter den ersten Opfern, welche vor dem 18.12.1664 in Kolzig verbrannt wurden, befanden sich neben einer Frau aus Lipke die Ehefrau des Hans Kubisch aus Grünwald sowie die 'Pfarrhoffmannin' aus Grünwald. Von den Kolziger Ortschaften war Grünwald am meisten von den Hexenverfolgungen betroffen.

Weitere Familien waren 1670 Laube und 1673 Günzel. Am 8.12.1674 wird der Hammermeister Johann Riemer genannt. Somit muss der Grünwalder Eisenhammer zu dieser Zeit bereits existiert haben. Vermutlich aber wurde am Ort schon lange zuvor Eisen verarbeitet. Dieses wurde aus Raseneisenstein gewonnen, welches in der Gegend vorkam. Der Ortsname Ruden am anderen Ende des Jeschaner Sees zeugt von Eisenvorkommen. Weitere Familien waren 1676 Senf, 1678 Woyt (Woit) und 1680 Gabriel.

1687/88 gab es in Grünwald 6 Gärtner und einen Müller. 1696 pachtet der Scholz Georg Senf den Schlawischen Zoll. Vielleicht ist dies ein Hinweis, dass die alte Handelsstraße oder der 'Alte Polenweg' über Grünwald und Jeschane nach Polen führte. Von einem Zollhaus, welches für die Klärung des Verlaufs der Trasse einen Anhaltspunkt liefern könnte, ist jedoch nichts bekannt. Eine weitere Familie war 1750 Kaschke.

1753 gab es in Grünwald 23 Gärtner oder Häusler. Damit hat sich Grünwald seit der Visitation in den Jahren 1687/88 am besten von allen Kolziger Ortschaften entwickelt. Weitere Familien waren 1760 Woreiske, 1761 Kriger (Gregor), Tschach (Schach), 1768 Schilf, 1769 Köbe, Pflüger 1779 Gregor, 1780 Doil, Dyhr, Habermann, Kliem, Roil, Weis, Woithe (Woit), Zimpel, 1782 Rößler, 1785 Klix, 1787 Scheibler und Woit.

1787 gab es in Grünwald 1 Kretscham, 1 Wassermühle, 7 Gärtner, 27 Häusler und 5 andere Häuser mit zusammen 41 Feuerstellen und 261 Bewohnern. Weitere Familien waren 1798 Müller, 1799 Weyrauch, 1800 Knäbel, 1811 Ludwig, 1822 Kuch, 1824 Riedel, 1827 Lehmann, Schmeiß, 1828 Baumgardt, 1830 Klaschwitz, 1834 Schach, Schmeis, 1837 Bartsch, 1840 Schulz, 1842 Gross, Werner, 1846 Gallas, 1851 Hirschmann, 1852 Jaetsch, Karowsky, 1853 Klar, Mühl, Noack, Rösler, 1854 Boehm, 1855 Scheibel, 1864 Baier, 1866 Mustroph, 1868 Peukert, 1875 Hepner, 1881 Masiske, 1882 Nawoitnik und 1886 Großmann.

Weitere Familien waren 1887 Fabiunke, Fürderer, Märkisch, 1888 Güttner, 1889 Lüdke, Rüster, 1890 Pietsch, 1893 Dohnt, 1898 Bederke, 1899 Graetz, 1902 Mader, 1909 Abraham, Küllmann, Mertz, Radam, 1912 Jung, 1913 Weißhaupt, 1914 Brychzy, Karoske, 1924 Adam, Brach, Daniel, Diehr, Ende, Groß, Heppner, Heyduck, Jankowski, Kasimir, Lisewitz, Merz, Mogilski, Päch, Pallutz, Reh, Ritzke, Schipschak, Tietze, Waligorski, Zimmer, 1927 Seiler, 1933 Bresch, Deter, Fengler, Fitze, Fitzke, Grätz, Hentschel, Höppner, Konzack, Kublik, Lipke, Lisiewicz, Lucht, Ohlemann, Paech, Paulus, Renner, Srypozak, Weiß, Wittke, Wyrwa, Zurheide, 1937 Brauer, Gajewski, Kasemir, Kublick, Luther, Machnitzke, Noak, Nolting, Ostdrowske, Schöppschack, Teske, Walligorski und Westphal.


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Landsknecht 16. Jahrhundert